Arbeitszeugnisse

Arbeitszeugnisse sind der Beleg für die Angaben im Lebenslauf und bieten eine detailliertere Beschreibung der bisherigen Tätigkeitsbereiche, als dies im Lebenslauf möglich ist.

Allerdings werden Arbeitszeugnisse inzwischen relativ standardisiert verfasst und bieten Personalentscheidern kaum einen individuellen Eindruck von den Bewerber/innen. Deshalb gewinnen Empfehlungsschreiben und Referenzen zunehmend an Bedeutung.

Arbeitszeugnisse müssen nach der deutschen Rechtssprechung bestimmten Vorgaben zur äußeren Form entsprechen, einem inhaltlichen Aufbau folgen und wohlwollend formuliert sein:

 


Arbeitszeugnis Formulierungen und Ihre Bedeutung

Obwohl in Arbeitszeugnissen keine Vergabe von Noten vorgesehen sind, haben sich spezielle Arbeitszeugnis Formulierungen als „Code“ etabliert, die mit den Schulnoten von 1 bis 6 vergleichbar sind. Allerdings sollten die Arbeitszeugnis Formulierungen immer im Zusammenhang des gesamten Zeugnisses gesehen werden. Eine aus dem Zusammenhang gerissene Formulierung bietet nur einen Anhaltspunkt.

Folgende Arbeitszeugnis Formulierungen entsprechen in der Regel folgenden Noten:

„Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ = 1/Sehr gut

„Stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ = 2 /Gut

„Zu unserer vollen Zufriedenheit“ = 3/Befriedigend

„Zu unserer Zufriedenheit“ = 4/Ausreichend

„Im Großen und Ganzen zufrieden“ = 5/Mangelhaft

„Hat sich bemüht“ = 6/Ungenügend

Weitere Arbeitszeugnis Formulierungen und Ihre Bewertung finden Sie auf zeugnisdeutsch.de.

 

Verdeckte Hinweise/Codes:

  • Durch das Weglassen von bestimmten Aussagen kann eine Bewertung vorgenommen werden, z.B. fehlende Hinweise auf Resultate und Erfolge.
  • Wird bei der Beurteilung des Sozialverhaltens nicht die Reihenfolge 1. Vorgesetzte, 2. Kollegen und 3. Kunden eingehalten und z.B. „ein hervorragendes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten“ bescheinigt, dann kann ein Hinweis auf Fehlverhalten gegenüber Vorgesetzten sein (aus Sicht der Vorgesetzten).
  • Ist das Arbeitszeugnis im Aktiv verfasst? Formulierungen im Passiv können fehlende Eigeninitiative und mangelndes selbstständiges Arbeiten signalisieren.
  • Üblicherweise erhält das Arbeitszeugnis das Datum des letzten Arbeitstages, auch wenn es später ausgestellt wird. Liegt das Ausstellungsdatum länger als 2 Wochen hinter dem letzten Arbeitstag, so kann dies ein versteckter Hinweis auf Probleme am Arbeitsplatz oder mit Vorgesetzten sein.

 

Anmerkung und Fazit: Nicht jeder Verfasser und Leser eines Arbeitszeugnisses kennt diese Codes und Arbeitszeugnis Formulierungen. Der Gesamteindruck zählt!

 

Vorgaben zur äußeren Form von Arbeitszeugnissen

Für Arbeitszeugnisses gibt es bestimmte Vorgaben zum inhaltlichen Aufbau und zur äußeren Form. Das Bundesarbeitsgericht hat dabei folgende Punkte festgelegt:

  • Es ist ein haltbares Papier von guter Qualität zu benutzen.
  • Das Zeugnis muss sauber und ordentlich geschrieben sein und darf keine Flecken, Radierungen, Verbesserungen, Durchstreichungen o.ä. enthalten.
  • Die äußere Form darf nicht den Eindruck erwecken, der ausstellende Arbeitgeber distanziere sich vom buchstäblichen Wortlaut seiner Erklärung.
  • Das Arbeitszeugnis muss mit einem Briefkopf versehen sein, der Name und Anschrift des ausstellenden Arbeitgebers enthält.
  • Der Unterschrift ist ein Firmenstempel beizufügen.

Der Aufbau von Arbeitszeugnissen

Der inhaltliche Aufbau des Arbeitszeugnisses folgt einer üblichen Reihenfolge, in der nacheinander die Einleitung, die Tätigkeitsbeschreibung, Leistungen, die Arbeitsweise und die Resultate des Arbeitnehmers dargestellt werden sowie dessen Sozialverhalten. Der Aufbau des Arbeitszeugnisses endet mit üblichen Schlussformeln sowie Datum und Unterschrift eines Vertreters des Unternehmens oder der Organisation.

Im Aufbau des Arbeitszeugnisses wird bei den jeweiligen Punkten auf folgende Aspekte eingegangen:

Einleitung: vollständiger Name, Geburtsdatum und –ort, Einstellungsdatum sowie Positionsbeschreibung des Arbeitnehmers

Tätigkeitsbeschreibung: Liste der Hauptaufgaben (je genauer die Angaben, desto besser), besondere Erfolge sollten hier erwähnt werden.

Leistungen: Im Aufbau des Arbeitszeugnisses gliedert sich die Leistungsbeschreibung in folgende Unterpunkte:

  1. Können: Hier werden u.a. Auffassungsgabe, Fachwissen, Kreativität und Urteilskraft des Arbeitnehmers beschrieben.
  2. Einsatz: Hier wird u.a. auf Engagement, Effizienz, Zielstrebigkeit und Pflichtbewusstsein eingegangen.
  3. Arbeitsweise: Hier werden u.a. Eigenverantwortung, Gewissenhaftigkeit und Zielstrebigkeit dargestellt.
  4. Resultate: Hier werden u.a. Ergebnisse, Qualität und Erledigung der Aufgaben beschreiben.

Sozialverhalten: Verhalten des Arbeitnehmers gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden wird in dieser Reihenfolge dargelegt.

Formeln: Grund der Beendigung, Dank und Bedauern des Ausscheidens, Wünsche

Datum und Unterschrift: Ein Vertreter des Unternehmens unterschreibt mit Titel und Kompetenz sowie aktuellem Datum.

 

Tipps zum weiterlesen:

Arbeitszeugnisse haben an Bedeutung verloren.
Referenzen und Empfehlungsschreiben gewinnen zunehmend an Bedeutung.

 

>> Aktuelles im Blog

 

Quellen:

www.arbeitszeugnis-info.de/index.php?id=Arbeitszeugnis_selbst_erstellen#1
www.jobware.de/Ratgeber/Arbeitszeugnis-selbst-schreiben.html
www.bewerbung-tipps.com/zeugnisse/arbeitszeugnis.php


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